Das Weblog von Ärztinnen und Ärzten aus Oberösterreich

Solarium statt Sonne?

Dr. Karin Nittmann

Wenn im Herbst die Sonnenstunden weniger werden, fühlen sich viele Menschen nicht so fit wie sonst. Der Lichtmangel kann aufs Gemüt schlagen. Außerdem produziert der Körper im kalten Halbjahr weniger Vitamin D, was die Anfälligkeit für Infekte erhöhen kann. Die fehlende Sonne durch regelmäßige Besuche im Solarium auszugleichen ist trotzdem nicht empfehlenswert und auch nicht besonders nützlich: Um Vitamin D zu bilden braucht der Körper UVB-Strahlen. Diese werden wegen des Hautkrebs-Risikos aus den meisten Solarien mit gutem Grund herausgefiltert. Die verbleibenden UVA-Strahlen machen zwar unsere Haut faltig, stärken aber nicht die Immunabwehr. Hier ist es besser, mit vitaminreicher Ernährung und viel Bewegung gegenzusteuern, notfalls nach ärztlicher Rücksprache mit Vitamin-D-Präparaten. Wer im Winter-Halbjahr unter saisonal bedingten depressiven Verstimmungen leidet, soll sich ebenfalls nicht ins Solarium legen. Hier helfen nach entsprechender Diagnose spezielle Tageslichtlampen, wobei das fürs seelische Wohlbefinden relevante Licht über die Augen und nicht über die Haut aufgenommen wird.

Dr. Karin Nittmann ist Hautärztin im Klinikum Wels-Grieskirchen und hat eine Wahlarztpraxis in Wels.

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