Das Weblog von Ärztinnen und Ärzten aus Oberösterreich

Methoden der Kinderwunschbehandlung

Priv.-Doz. Dr. Omar Shebl

Bei der Kinderwunschbehandlung unterscheidet man zwischen einer natürlichen und einer künstlichen Befruchtung/Behandlung. Bei der natürlichen Befruchtung findet die Verschmelzung von Ei- und Samenzelle im Eilleiter statt und bei einer künstlichen außerhalb des Körpers.

Zu den Methoden der natürlichen Befruchtung zählen der Verkehr zum Optimum, sprich zum optimalen Zeitpunkt für eine Befruchtung. Diese Methode eignet sich insbesondere für Frauen mit einem unregelmäßigen Zyklus. Eine weitere natürliche Methode ist die Insemination. Dabei wird der Samen des Partners aufbereitet und zum optimalen Zeitpunkt in der Gebärmutterhöhle abgesetzt.

Die einfachere Methode der künstlichen Befruchtung ist die In vitro Fertilisation (IVF). Hierbei werden Ei- und Samenzelle außerhalb vom Körper einfach zueinander gebracht. Bei eingeschränkter Samenmenge oder -qualität ist die intrazytoplasmatische Spermieninjektion anzuwenden. Bei dieser Methode wird die Eizelle außerhalb des Körpers mit je einem Samen beimpft. Bei beiden Methoden werden die befruchteten Eizellen, Embryonen, für bis zu fünf Tagen beobachtet, um spätestens am fünften Tag einen Embryo in die Gebärmutterhöhle zurückzugeben. Die Durchgängigkeit der Eileiter muss dabei nicht gegeben sein. Innerhalb der fünf Tage außerhalb vom Körper kommt es zu einer Selektion der Embryonen, sodass die am fünften Tag noch vorhandenen Embryonen eine besonders hohe Wahrscheinlichkeit des Eintretens einer Schwangerschaft bieten.

Um überhaupt zu dieser Selektion zu kommen, müssen mehrere Eizellen heranreifen. Hierfür wird eine Hormonbehandlung, sprich Spritzenkur, benötigt. Hat man bis vor wenigen Jahren noch versucht möglichst viele Eizellen heranreifen zu lassen, versucht das Team des Kinderwunsch Zentrums Linz heute, möglichst qualitativ hochwertige Eizellen heranreifen zu lassen und nicht nur viele. Somit kommt man oft auch mit einer niedrigeren Hormondosis aus. Eine häufige Komplikation dieser Behandlungen ist die hohe Rate an Mehrlingsschwangerschaften. Durch die Steigerung des Anteils des Ein-Embryo-Transfers konnte die Mehrlingsrate deutlich reduziert werden. Die nicht transferierten Embryonen können kryokonserviert werden und stehen dem Paar für weitere Versuche zur Verfügung, ohne eine Spritzenkur oder einen Eingriff zu benötigen. Die Verwendung kryokonservierter Embryonen führen nach dem Auftauen zu denselben Erfolgsraten wie die Verwendung von Embryonen aus frischen Versuchen.

Priv.-Doz. Dr. Omar Shebl ist stellvertretender Vorstand an der Universitätsklinik für Gynäkologie, Geburtshilfe und gynäkologischen Endokrinologie im Kepleruniversitätsklinikum Linz, Med Campus IV sowie leitender Oberarzt der gynäkologischen Endokrinologie.

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