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3-D-Bilder präzisieren Planung und Eingriff bei komplexen Herzrhythmusstörungen

Univ.-Prof. Dr. Helmut Pürerfellner

Als erstes Krankenhaus Österreichs werden im Ordensklinikum Linz Elisabethinen komplexe Herzrhythmusstörungen auf Basis von dreidimensionalen Bildern des Patientenherzens mit einem Katheter ablatiert (verödet). Zu diesem Zweck arbeitet das Team des Rhythmuslabors mit weltweit führenden Zentren in Bordeaux/Frankreich und Salt Laky City/USA zusammen. Die meisten Ablationen werden bei komplexen Herzrhythmusstörungen durchgeführt. Einfache Rhythmusstörungen gehen meist von einem umschriebenen Areal aus, komplexe, zu denen etwa das persistierende oder permanente Vorhofflimmern und Rhythmusstörungen aus den Herzkammern zählen, zeigen bei jedem Patienten eine individuelle Ausprägung. Um die verschiedenen Störherde zu finden, wird bisher die Innenfläche des Herzens mit Hilfe eines Katheters abgetastet, an dessen Spitze sich Elektroden befinden, die die abnorme Erregung registrieren und mit Hilfe eines 3-D-Mappingsystems lokalisieren.

Diese Eingriffe können mehrere Stunden dauern und sind für Herzkranke – vor allem Patienten mit schlechtem Allgemeinzustand - oft belastend. Durch die internationale Zusammenarbeit ist es nun möglich, bestimmten Patienten eine schonendere und effizientere Vorgehensweise zu bieten, die Ihnen den stundenlangen Kathetereingriff zur Herdbestimmung erspart. Ein speziell bearbeitetes Computertomografie - oder Magnetresonanztomografiebild des Patientenherzens stellt neben den anatomischen Strukturen, narbig veränderte Regionen gesondert dar. Zu diesem Zweck schicken wir die MRT-Bilder nach Salt Lake City, dort werden die Daten nach Bearbeitung mit einer speziellen Software in einer 3-D-Rekonstruktion an uns retourniert. Wir spielen das in unser 3-D-Mappingsystem im Rhythmuslabor ein und wissen genau, wo wir individuelle Narbenareale des Patienten zusätzlich zu den Pulmonalvenen veröden (ablatieren) müssen. Diese Kooperation ist Teil einer Studie, die zeigen soll, ob und welchen Benefit die speziellen 3-D-Bilder bringen. Bei manchen Patienten wird es durch diese neue Bildverarbeitungen erst möglich, die Grundkrankheit klarer zu definieren und präzise zu behandeln. Die Zusammenarbeit mit dem Zentrum in Bordeaux betrifft komplexe und potentiell lebensbedrohliche Rhythmusstörungen aus den Herzkammern. Kurzum: Die farbigen 3-D-Bilder machen die Katheterablation bei komplexen Rhythmusstörungen besser planbar und versprechen eine höhere Erfolgsrate.

Univ.-Prof. Dr. Helmut Pürerfellner ist Kardiologe und Leiter des Departments Rhythmologie und Elektrophysiologie im Ordensklinikum Linz Elisabethinen

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