Das Weblog von Ärztinnen und Ärzten aus Oberösterreich

Neuartige dreidimensionale Bilder vom Inneren des Körpers

Primar Univ.-Prof. Dr. Franz Fellner

Cinematic Rendering liefert eine bisher nicht gekannte Plastizität und realistische Darstellung vom Inneren des Körpers. Sie soll helfen, den klinischen Alltag zu vereinfachen. Die dreidimensionalen Bilder können zum Beispiel Chirurgen bei der Wahl der richtigen Operationsmethode unterstützen und bieten neue Möglichkeiten für die Ausbildung des medizinischen Personals. Außerdem erleichtern die neuen, besonders anschaulichen Bilder die Kommunikation zwischen Ärzten und Patienten ebenso wie jene zwischen Radiologen und zuweisenden Medizinern. Machbar ist diese fotorealistische Darstellung erst seit kurzem. Zwei Visualisierungsexperten von Siemens kamen zu mir, um die neue Software-Technik für die Medizin brauchbar zu machen. Die Basis für die dreidimensionalen Abbildungen sind Bilddaten aus Computer- und Magnetresonanztomographen. Für Patienten entsteht kein Mehraufwand an Untersuchungen. Diese neue Methode simuliert die komplizierte Ausbreitung und Veränderung des Lichts im menschlichen Körper. Damit lassen sich Aufnahmen aus dem Körperinneren sehr realistisch aufbereiten, dass sie auch für Nicht-Experten begreifbar werden.

Derzeit wird Cinematic Rendering in ersten Zentren wie dem Zentralen Radiologie Institut am Kepler Universitätsklinikum in Linz und an der Universitätsklinik Erlangen zur Vorbereitung von Operationen etwa in der Mund-Kiefer-und Gesichts-Chirurgie und der Allgemein- und Unfallchirurgie eingesetzt. Außerdem wird das Verfahren an der Kepler Universitätsklinik bereits zur Aus- und Weiterbildung von Medizinern, Physio-Therapeuten und anderen Gesundheitsberufen verwendet, da es einzigartige Einblicke in die menschliche Anatomie erlaubt – und das am lebenden Körper. Aber die Entwicklung für den Routinebetrieb in Lehre und klinischer Anwendung ist noch lange nicht am Ende. In Zukunft könnte Cinematic Rendering von Ärzten verwendet werden, um ihren Patienten Verletzungen oder andere krankhafte Veränderungen sowie den Ablauf einer Operation, wie etwa die Implantation einer Aortenprothese, anschaulicher erklären zu können.  

Primar Univ.-Prof. Dr. Franz Fellner ist Vorstand des Zentralen Radiologie Instituts am Kepler Universitätsklinikum Linz.

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