Ärzteblog

06.12.2017 /  Haut - Haare , Medizintechnik: Röntgen, Mikroskop & Co , Chirurgie - Operationen - Organe  / Redaktion gesund-in-ooe.at

Neu und effektiv – minimal invasiver Eingriff gegen Cellulite

Dr. Andrea Oßberger

Wellenartige Hautstruktur und Dellen vor allem am Po und Oberschenkeln, kurzum Cellulite, belasten rund 85 Prozent der Frauen mehr oder weniger. Orangenhaut ist aber nicht Orangenhaut. Man unterscheidet verschiedene Typen: die fettbetonte Cellulite ist durch starke Einlagerung von Fettzellen und die wasserbetonte durch Wassereinlagerungen bedingt. Die kollagenbetonte, strukturelle Cellulite entsteht durch Bindegewebsbänder, die sich durch zunehmende Verhärtung zusammenziehen und so die Dellen verursachen. Diese primäre, strukturelle Cellulite ist vornehmlich genetisch bedingt und kann auch bei schlanken und sportlichen Frauen auftreten. Übergewicht, bewegungsarmer Lebensstil und ungesunde Ernährung begünstigen Orangenhaut und Hauterschlaffung.

Seit September 2017 gibt es in Österreich eine zertifizierte neue Methode, die diese strukturelle Cellulite an der Wurzel packt. Sobald die celluliteverursachenden Fasern nämlich durchtrennt werden, kann die Haut, wie bei einem Gummiband unter Spannung, zurückschnellen und die Hautoberfläch glättet sich. Genau das macht Cellfina, ein aus den USA stammendes Behandlungskonzept. Es kombiniert das bewährte Verfahren der Subcision mit einer innovativen Technologie für langanhaltende und präzise Ergebnisse nach nur einer Behandlung. Bei altersbedingter schlaffer, wenig elastischer Haut hilft Cellfina aber nicht. Wenn der Arzt Cellfina für geeignet hält, werden die Dellen auf Gesäß und Oberschenkel markiert und fotodokumentiert. Bei dem minimal invasiven Eingriff wird mit einem Vakuum-Handstück die markierte Haut und darunterliegendes Fettgewebe angesaugt und in einer Hauttiefe von sechs Millimetern wird dann ein Lokalanästhetikum gespritzt. Ist die Zielregion betäubt, wird ein Mikroskalpell in das Gewebe eingebracht und das verhärtete Gewebeband in sechs Millimeter Tiefe durchtrennt. Die Frau spürt etwas Druck, aber keinen Schmerz. Der Vorgang dauert je nach Anzahl der Dellen mindestens eine Stunde. Schon nach drei, vier Tagen glättet sich die Haut und das stark verbesserte Erscheinungsbild hält für mehrere Jahre an, wie Studien belegen.

Druckschmerzen und Blutergüsse können nach der Behandlung auftreten, es gibt keine Ausfallszeiten für die Klientin. Cellfina wird derzeit nur von drei Ärzten in Österreich durchgeführt und muss selbst bezahlt werden (2500 bis 3000 Euro).  

Dr. Andrea Oßberger ist Fachärztin für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie mit Wahlarztpraxis in Linz.  

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17.11.2017 /  Krebs - Krebsvorsorge , Chirurgie - Operationen - Organe , Medizintechnik: Röntgen, Mikroskop & Co  / Redaktion gesund-in-ooe.at

IORT: neue Bestrahlungsmethode noch während der Operation

Primar Univ.-Prof. Dr. Hans Geinitz

50 bis 60 Prozent der Krebskranken werden heute geheilt. Und die Tendenz ist steigend. Die Strahlentherapie ist ein unverzichtbarer Teil der onkologischen Therapie. Die Radioonkologie ist ein sehr komplexes Feld, das sich schnell weiterentwickelt. Jede Behandlung wird individuell auf den Patienten abgestimmt. In den letzten zehn Jahren hat sich bezüglich Präzision, Dosisverteilung und -anpassung sowie in den Fraktionsschemata (Bestrahlungsschemata) sehr viel verbessert.

Eine relativ neue Methode ist die Intraoperative Strahlentherapie (IORT). Sie wird in Oberösterreich seit etwa drei Jahren nur im Ordensklinikum Linz durchgeführt und steht im Rahmen einer trägerübergreifenden Kooperation allen onkologisch tätigen Krankenhäusern im Bundesland zur Verfügung. IORT wird während der Operation und in Narkose durchgeführt. Das Tumorbett wird nach der Tumorentfernung mit hoher Einzeldosis einige Minuten lang unter Sicht bestrahlt. Wir führen diese Methode bei älteren Brustkrebspatientinnen mit lokalem Tumor im Frühstadium ohne Lymphknotenbefall als einmalige Strahlentherapie durch. So erspart man der Frau die herkömmliche dreiwöchige Bestrahlung von außen. Nach vorliegenden Daten ist die einmalige IORT bei dieser Indikation gleich wirksam wie Bestrahlung von außen. Außerdem wird bei dieser Art der Bestrahlung das gesunde Umgebungsgewebe extrem geschont, weil sehr zielgenau bestrahlt wird. Auch das kosmetische Ergebnis ist in vielen Fällen ein verbessertes.

Mittlerweile wird die Methode auch in speziellen Krebsfällen von Dick- und Mastdarm, Bauchspeicheldrüse sowie im HNO Bereich und bei Weichteiltumoren eingesetzt.  

Primar Univ.-Prof. Dr. Hans Geinitz ist Vorstand der Abteilung für Radioonkologie am Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern.

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