Ärzteblog

10.10.2018 /  Krebs - Krebsvorsorge  / Redaktion gesund-in-ooe.at

Onko-geriatrisches Assessment optimiert die Behandlung von Tumorpatienten

OA Dr. Hendrik Koller

In höherem Alter nimmt die Wahrscheinlichkeit an Krebs zu erkranken zu. Da ältere Menschen oftmals auch an anderen Erkrankungen leiden, hilft der Befund eines onko-geriatrischen Assessments, die optimale individuelle Krebstherapie zusammenzustellen. Jeder Patient mit Krebs, der über 70 Jahre alt ist, erhält im Ordensklinikum Linz Elisabethinen so ein Assessment, um die Akuttherapie und Nachsorge zu optimieren.

Das onko-geriatrische Assessment findet in der geriatrischen Ambulanz statt. Wir nehmen uns für den Patienten und das Gespräch viel Zeit, um die Gesamtsituation gut darstellen zu können. Ziel dieser vielschichtigen Begutachtung ist es, die medizinischen, funktionellen und psychosozialen Ressourcen und Probleme des Patienten vor einer Operation und/oder belastenden Therapien zu erfassen. Der Geriater führt zu diesem Zweck mit dem Tumorpatienten bestimmte Tests etwa zu Gedächtnis, Muskelkraft, Gehgeschwindigkeit und Gangsicherheit aus. Demenzhinweise und Einsichtsfähigkeit werden geprüft. Abgeklärt werden außerdem Kriterien wie Polypharmazie, Immobilität, Mangel- und Unterernährung, Inkontinenz, Seh- und Hörstörungen, Depressionen und chronische Schmerzzustände. Das Ergebnis ist ein wertvolles Kriterium zur Beurteilung der therapeutischen Belastbarkeit. Wenn vom Geriater für notwendig befunden, werden noch bestimmte Untersuchungen geordert. Der Gesamtbefund ergeht an den behandelnden Spitalsarzt und wird im Tumorboard besprochen. So kann zum Beispiel eine Chemotherapie besser abgestimmt oder überhaupt vermieden werden.

Geeignete Patienten werden, wenn möglich, nach der Akuttherapie vom Department für Akutgeriatrie und Remobilisation im Haus übernommen, dort wieder aufgepäppelt und soweit mobilisiert, dass sie zu Hause ohne oder mit Hilfe wieder gut zurechtkommen. Sollte eine kurative Behandlung aus medizinischer Sicht nicht mehr möglich sein oder der Patient zum Beispiel Maßnahmen wie eine Chemotherapie ablehnen, wird versucht ein individuelles palliatives Setting zu finden. Mit den Angehörigen zusammen wird die bestmögliche Betreuung zu Hause oder in einem Pflegeheim besprochen. Die Überleitungspflege des Krankenhauses hilft bei Kontakten etwa zu mobiler Pflege und Therapeuten.

OA Dr. Hendrik Koller ist Internist und Geriater, Leiter des Departments für Akutgeriatrie und Remobilisation im Ordensklinikum Linz Elisabethinen.

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22.08.2018 /  Medizintechnik: Röntgen, Mikroskop & Co , Schmerzen , Chirurgie - Operationen - Organe , Umwelteinflüsse und Gesundheit  / Redaktion gesund-in-ooe.at

Die Schilddrüse, der Schrittmacher für den Stoffwechsel

Primar Dr. Wolfgang Lintner

Die Schilddrüse regelt die Stoffwechselprozesse im Körper. Bei einer Unterfunktion laufen Körperfunktionen zu langsam, bei einer Überfunktion zu schnell ab. Körperzellen beziehungsweise Organe sind auf die Schilddrüse angewiesen, damit sie ausreichend Kraftstoff haben. Neben den genannten Funktionsstörungen gehört die Ausbildung eines Kropfes, im Fachjargon Struma genannt, zu den wichtigsten Erkrankungen des endokrinen Organs. Eine Struma liegt vor, wenn die Schilddrüse vergrößert oder knotig verändert ist, oder beides. Der Schilddrüsenkrebs zählt zu den eher seltenen Tumorerkrankungen.

Dreimal mehr Frauen als Männer zeigen krankhafte Veränderungen der Schilddrüse, vor allem bedingt durch Zeiten hormoneller Umstellung. Neben der Pubertät und dem Wechsel ist die weibliche Schilddrüse vor allem in der Schwangerschaft vermehrt gefordert. Erst etwa in der 14. Schwangerschaftswoche wird die Schilddrüse des Ungeborenen angelegt, daher ist das Kind besonders im ersten Schwangerschaftsdrittel noch ganz auf die Versorgung durch die Mutter angewiesen. Eine normal funktionierende Schilddrüse hat ausreichend Reservekapazität, sodass sie den erhöhten Hormonbedarf abdeckt. Liegt aber bereits eine versteckte Funktionsstörung vor, kann diese in der Schwangerschaft ausbrechen. Um einen Mangel an Schilddrüsenhormonen und im schlimmsten Fall Defizite bei der Entwicklung des Ungeborenen auszuschließen, wird die Hormonproduktion durch Medikamente unterstützt. Im Fall einer Überfunktion werden unter ärztlicher Beobachtung, solange es Mutter und Kind gut geht, keine Medikamente verabreicht. Eine Unterfunktion kann sich durch Abgeschlagenheit, Gewichtszunahme, Kälteempfindlichkeit, Verstopfungsneigung, trockene Haut und brüchige Fingernägel anzeigen. Eine Überfunktion bringt vermehrtes Schwitzen, Nervosität, innere Unruhe, Schlafstörungen, Herzklopfen, Gewichtsabnahme und Durchfallneigung mit sich. Bestätigt eine Blutuntersuchung den Verdacht der Funktionsstörung, werden Betroffene an die Ambulanz der Nuklearmedizin zur weiteren Diagnostik überwiesen. Form und Größe sowie Funktion sind zur Beurteilung bedeutsam. Nur wenn nötig wird nach ausführlicher Anamnese, klinischer Untersuchung, Ultraschall und Blutabnahme zur Diagnose eine Schilddrüsenszintigrafie durchgeführt. Vor der Szintigrafie erhalten Patienten eine radioaktive Substanz verabreicht. Durch die Aufnahmen mit einer Gammakamera können die Verteilung dieser Substanz und somit die Stoffwechselprozesse genau nachvollzogen werden.

Primar Dr. Wolfgang Lintner ist Leiter des Instituts für Nuklearmedizin am Klinikum Wels-Grieskirchen.

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Standpunkt

Unterstützen Sie „Don’t smoke!“

Wir wollen die Nichtraucher vor der Belastung durch Rauch schützen. Daher unterstützen wir als Ärztekammer für OÖ das Volksbegehren „Don’t smoke!“, das bis kommenden Montag, 8. Oktober läuft. Unterschreiben auch Sie für eine rauchfreie Gastronomie: per Handy-Signatur oder Bürgerkarte oder in jeder Gemeindebehörde. Wer bereits unterschrieben hat, kann jetzt andere motivieren!

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