Ärzteblog

23.06.2017 /  Babys - Kinder - Jugendliche , Ernährung - Gewicht - Verdauung - Stoffwechsel , Chirurgie - Operationen - Organe  / Redaktion gesund-in-ooe.at

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen beginnen in jungen Jahren

Dr. Axel Hiebinger

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED) nehmen in Europa zu und unterteilen sich in Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa. Leitsymptome sind mehrwöchige chronische Durchfälle – bis zu 20 am Tag – begleitet von Bauchkrämpfen, Müdigkeit, Gewichtsverlust, Leistungsabfall und Anämie, die schubweise auftreten. Die Patienten sind seelisch belastet, mancher gerät in soziale Isolation oder wird depressiv.

Die Ursachen sind multifaktoriell und noch nicht genau geklärt. Neben einer genetischen Komponente scheinen das Ernährungsverhalten und die Immunlage eine Rolle zu spielen. Rauchen erhöht das Risiko für Morbus Crohn, bei der Colitis Ulcerosa scheint es das Risiko dagegen zu verringern, was aber kein Freibrief für das Rauchen ist. Der Altersgipfel des Auftretens liegt zwischen 16 bis 30 Jahren. Aber auch Kinder sind schon betroffen. Weil sich in Laborbefunden oft keine konkreten Hinweise auf die Erkrankung ergeben, sind Darmspiegelung, Ultraschall, CT oder MRT-Untersuchungen nötig. Auch die Stuhldiagnostik auf das Protein Calpotrectin, ein Marker für die Entzündung der Darmschleimhaut, ist sinnvoll.

Die beiden Erkrankungen zeigen Unterschiede: Bei Morbus Crohn können von Mund bis zu After sämtliche Bereiche des Verdauungstraktes von der Entzündung betroffen sein, die tief in alle Darmwandschichten hineinreicht. Als Komplikation kann es etwa zu Abszessen und Fisteln kommen.

Bei Colitis Ulcerosa ist die Entzündung auf den Dickdarm und die Schleimhaut begrenzt. Die Durchfälle können schleimig und blutig sein. Entzündungen der Augenhaut oder Gelenke können dazu kommen. Bei langem Krankheitsverlauf haben Colitispatienten ein erhöhtes Risiko für Dickdarmkrebs.

Frühe und konsequente individuelle Therapie ist angezeigt, um die Entzündung zu eliminieren und die beschwerdefreien Phasen zu verlängern. Heilung gibt es bis heute keine. Therapiert wird je nach Schwere und Ausdehnung mit entzündungshemmenden Mitteln und Immunsuppressiva. Bei schweren Schüben wird kurzzeitig Cortison verordnet. Greift die konventionelle medikamentöse Therapie nicht ausreichend, stehen Biologicals zur Verfügung. Auch eine Operation der betroffenen Darmabschnitte kann bei Fisteln, Abszessen, Darmverschluss, Blutungen oder Darmdurchbruch nötig werden. Bei Colitis Ulcerosa wird die Sinnhaftigkeit einer Stuhltransplantation zur Veränderung des Mikrobioms im Darm diskutiert.  

Dr. Axel Hiebinger leitet die Ambulanz für CED und ist Oberarzt auf der Klinik Interne 2 am Kepler Universitätsklinikum Linz.

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01.06.2017 /  Augenkrankheiten , Chirurgie - Operationen - Organe  / Redaktion gesund-in-ooe.at

Eingriffe an Augenlidern: ein weites Feld der Plastischen, Ästhetischen und Rekonstruktiven Chirurgie

Primar Dr. Thomas Hintringer

Augenlider spielen in ihrer Funktion eine zentrale Rolle. Die dünnen Hautfalten schützen den Augapfel vor Wind, Regen, Flüssigkeiten, Fremdkörper und Verletzungen. Und sie sind wesentlicher Bestandteil des individuellen Aussehens.

Die operative Lidstraffung ist eine der am häufigsten durchgeführten Operationen weltweit. Die Gründe dafür sind ästhetischer Art, weil dadurch ein frischerer und jüngerer Gesichtsausdruck erreicht wird, aber auch die Einschränkung des Gesichtsfeldes mit Nachteilen, etwa beim Autofahren beim Blick in den Rückspiegel oder zur Seite oder bei anderen Tätigkeiten kann eine Indikation sein. Bei diesem Eingriff werden überschüssige Haut und Muskel entfernt. Die Narbe ist kaum sichtbar. Das überschüssige Fettdepot an den Unterlidern, die Tränensäcke, sind bei manchen Menschen ausgeprägt und störend. Eine Umverteilung oder teilweise Entfernung kann das Aussehen verbessern. Dieser Eingriff ist technisch anspruchsvoll und braucht viel Erfahrung. Die Plastische Chirurgie ist gefordert, wenn es um die Wiederherstellung eines Lides nach Tumor, Verletzung oder bei angeborenem Defekt geht. Auch eine Faszialisparese, eine Lähmung des Gesichtsnervs, geht meist mit einem mangelnden Lidschluss einher und kann zu schwerwiegenden Schäden des Auges führen. In diesem Fall versucht man Aussehen und Funktion bestmöglich wiederherzustellen. Auch bösartige Hauttumoren, die im Gesicht häufig die Lider betreffen, bedürfen diversen Eingriffen durch den Spezialisten für Plastische und Rekonstruktive Chirurgie, um Teile des Lides und somit die Lidfunktion zu erhalten. Man kann sogar komplette Lider in aufwändigen, mehrteiligen Operationen ersetzen, was aber meist Einschränkungen in der Funktion und Beeinträchtigung des Aussehens bedeutet. Es muss danach getrachtet werden, einen Tumor so früh wie möglich zu entfernen. Daher Hautveränderungen an den Lidern immer zeitnah von einem Facharzt beurteilen lassen.

Ein wenig bekanntes Tätigkeitsfeld sind angeborene Fehlbildungen: Es können Teile der Lider fehlen, die Beweglichkeit durch Muskelschwäche eingeschränkt sein oder auffällige Faltenbildung, das sogenannte „Flügelfell“, vorhanden sein. In den meisten Fällen ist Behandlung und Verbesserung beziehungsweise Heilung des Defekts möglich.

Primar Dr. Thomas Hintringer ist Vorstand der Abteilung für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie am Ordensklinikum Barmherzige Schwestern Linz.

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Standpunkt

Zuerst zum Hausarzt

Was tun bei gesundheitlichen Problemen? „Zuerst zum Hausarzt“ lautet die einzig richtige Antwort. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern haben wir in Österreich dieses Angebot, in Oberösterreich außerdem den Hausärztlichen Notdienst (HÄND).

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