Ärzteblog

16.10.2017 /  Lungenkrankheiten - Rauchen  / Redaktion gesund-in-ooe.at

Rauchstopp lohnt sich in jedem Fall

Dr. Bernhard Lang

In Österreich sterben jährlich 14.000 Menschen an den Folgen von tabakassoziierten Erkrankungen. Das Rauchen kostet den Menschen im Schnitt 15 Lebensjahre. Langjähriges Zigarettenrauchen schädigt nicht nur die Atemwege, sondern durch Arteriosklerose die Blutgefäße, was das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall sowie Beeinträchtigung der Beindurchblutung erhöht. Krebserkrankungen durch Zigarettenrauchen betreffen nicht nur die Lunge, sondern auch Mundhöhle, Kehlkopf, Luftröhre, Harnblase und Gebärmutter.

Schon ab fünf Zigaretten täglich erhöht sich das Herzinfarktrisiko auf das Doppelte und bei mehr als 40 Zigaretten, auf das Elffache. Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung COPD wird hauptsächlich durch langjähriges Rauchen verursacht und bei Raucherinnen im gebärfähigen Alter vermindert sich die Fruchtbarkeit um das Zwei‐ bis Dreifache. Die gute Nachricht ist, dass die Hälfte der Raucherinnen und Raucher in Österreich entweder ihren Tabakkonsum reduzieren oder mit dem Rauchen aufhören möchten, was sich in jedem Fall lohnt. Bereits 20 Minuten nach dem Rauchstopp normalisieren sich Blutdruck und Puls sowie die Durchblutung von Händen und Füßen. Nach acht Stunden erreicht auch der Sauerstoffgehalt im Blut Normwerte und das Risiko für einen Herzinfarkt beginnt bereits zu sinken.

Einen Tag nach der letzten Zigarette ist das bei Rauchern erhöhte schädliche Kohlenmonoxid aus dem Körper ausgeschieden und nach 48 Stunden ist Nikotin im Körper nicht mehr nachweisbar. Auch der Geschmacks‐ und Geruchssinn verbessert sich. Nach drei bis neun Monaten bessern sich Atemprobleme, Husten und Kurzatmigkeit werden signifikant weniger und die Lungenfunktion verbessert sich.

Der langfristige Regenerationsprozess des Organismus ist für die Gesundheit der Ex-Raucherinnen und Raucher sehr positiv. Nach fünf Jahren ist das Risiko für einen Herzinfarkt beziehungsweise Schlaganfall nur noch halb so groß wie bei Rauchern, nach zehn Jahren ist es im Schnitt nicht mehr höher als das von Menschen, die nie geraucht haben.  

Dr. Bernhard Lang ist Facharzt für Lungenkrankheiten und Oberarzt auf der Abteilung für Lungenkrankheiten im Klinikum Wels‐Grieskirchen.  

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26.09.2017 /  Babys - Kinder - Jugendliche  / Redaktion gesund-in-ooe.at

Schlafwandelnde Kinder nicht wecken, nur schützen

OÄ Dr. Regina Pflügl

Auch wenn das Schlafwandeln Eltern ängstigen kann, gehört es, genauso wie der Nachtschreck, zu den harmlosen Aufwachstörungen von Kindern. Wer weiß, dass sein Kind ab und zu „nachtaktiv“ ist, muss besondere Sicherheitsvorkehrungen treffen, um das Kind vor Verletzungen und Unfällen zu schützen. Fenster, Wohnungs-und Balkontüren sowie Treppen sichern. Hilfreich kann es sein, an der Kinderzimmertür ein Glöckchen zu befestigen, das die Eltern weckt, wenn das Kind „auswandert“.

Den Schlafwandler nicht aufwecken, nur sanft zurück ins Bett geleiten. Darauf gefasst sein, dass sich Schlafwandler wehren, wenn man sie unsanft aufhalten will. Fünf bis 20 Prozent der Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren schlafwandeln ganz selten, etwa fünf Prozent häufiger. In den meisten Fällen verliert sich dieses Ereignis bis zur Pubertät. Die Ursache des Schlafwandelns (=Somnambulismus) ist nicht bekannt. Man vermutet, dass es mit der Entwicklung des Gehirns zusammenhängt. Eine genetische Disposition gilt als gesichert. Unregelmäßige Schlafenszeiten, Schlafmangel, Stress, eine Erkrankung mir Fieber, nächtlicher Lärm sowie die obstruktive Schlafapnoe gelten als Risiko- beziehungsweise verstärkende Faktoren.

Das Schlafwandeln passiert im ersten Drittel der Nacht aus dem Tiefschlaf heraus. Wenn das Kind unter ausgeprägter Tagesmüdigkeit leidet, es aggressiv um sich schlägt und Selbstverletzung droht oder das Ereignis fast jede Nacht auftritt, einen Arzt konsultieren. Es könnte eine schlafgebundene Epilepsie dahinter stecken.

Schlafwandeln gehört wie der Nachtschreck zu den kindlichen Parasomnien, wie Ereignisse heißen, die im Schlaf oder aus dem Schlaf heraus getätigt werden. Nachtschreck (=Pavor nocturnus) und Schlafwandeln können alleine oder kombiniert auftreten. Der Nachtschreck ist bei Kleinkindern bis zum Schulalter nichts Ungewöhnliches. Grund ist ein unvollständiges Aufwachen, das zu einem Verwirrtheitszustand führt. Das Kind schreit vielleicht plötzlich panisch auf, weint und kann wild um sich schlagen. Es hat die Augen weit offen, ist aber nicht ansprechbar, beruhigt sich meist nach einigen Minuten und schläft ruhig wieder ein. In der Früh weiß das Kind nichts mehr davon. In der Regel verschwinden Nachtschreck-Attacken von selbst wieder, wenn die Reifung des Gehirns voranschreitet.  

OÄ Dr. Regina Pflügl ist Fachärztin für Kinder und Jugendheilkunde im Ordensklinikum Linz der Barmherzigen Schwestern.

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Standpunkt

Einmalige Erfolgsstory des Mutter-Kind-Passes

Der Mutter-Kind-Pass trägt entscheidend dazu bei, dass Krankheiten, Fehlbildungen und Entwicklungsstörungen möglichst früh erkannt und behandelt werden. Er beinhaltet eine Fülle kostenloser ärztlicher Untersuchungen während der Schwangerschaft. Denn Vorsorge ist besser als Heilung.

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