Ärzteblog

02.01.2018 /  Babys - Kinder - Jugendliche , Gelenke - Bewegung - Rücken , Humangenetik - Erbkrankheiten  / Redaktion gesund-in-ooe.at

Wann muss man Wachstumsstörungen behandeln?

OÄ Dr. Nicola Stumptner

Extrem groß oder winzig klein – Abweichungen von der Norm des Wachstums bei Kindern beschäftigen Eltern und Kinderärzte relativ häufig. Alle Kinder unter der 3. Perzentile sind per definitionem kleinwüchsig. Welches verzögerte Wachstum mit Kleinwuchs therapiebedürftig ist, hängt vom Ausmaß und der Ursache sowie dem Leidensdruck ab. Nach Ausschluss chronischer Erkrankungen wie Zöliakie oder Hypothyreose kann eine Therapie mit Wachstumshormonen indiziert sein. Sie wird am besten bei einem auf solche Therapien spezialisierten Pädiater oder in einem Spezialzentrum beziehungsweise einer Spezialambulanz eingeleitet und kontrolliert.

Verbreitete Wachstumsstörungen:

  • SGA-Kinder (Small for Gestational Age): So werden Neugeborene genannt, die mit einem Gewicht unter 2500 Gramm zum errechneten Geburtstermin geboren sind und bis zum 4. Jahr nicht in den genetischen Zielbereich wachsen. Sie gelten als klein bezogen auf das Reifealter und können mit Wachstumshormontherapie behandelt werden. Auch wenn meist kein Wachstumshormonmangel vorliegt, sprechen die meisten gut auf die Therapie, die gut erforscht und sehr nebenwirkungsarm ist, an.        
  • Konstitutionelle Entwicklungsverzögerung von Wachstum und Pubertät. Diese Variante ist durch langsameres und längeres Wachstum in Kombination mit einem verzögerten Pubertätsbeginn gekennzeichnet. Etwa drei Prozent von normal-, klein- und hochwüchsigen Kindern haben eine derartige konstitutionelle Entwicklungsverzögerung. Vor allem Burschen leiden darunter, sodass ab einem Alter von 14 Jahren ohne jegliche Pubertätszeichen eine pubertätsinduzierende Therapie durchgeführt werden kann.       
  • Familiärer Hochwuchs: Nach Ausschluss von organischen Ursachen kann ab einer Endgrößenprognose bei Burschen deutlich über 200 Zentimeter, sowie bei Mädchen über 185 Zentimeter eine Therapie mit Sexualsteroiden zur Pubertätsbeschleunigung und zum vorzeitigen Schließen der Wachstumsfugen in Betracht gezogen werden.       
  • Abweichungen vom Pubertätsbeginn: Vor allem wenn eindeutige Pubertätszeichen wie Brustentwicklung, Schambehaarung und Hodenwachstum ausbleiben, aber auch bei einem viel zu frühen Auftreten von sekundären Geschlechtsmerkmalen und einem beschleunigten Wachstum unter einem Alter von acht Jahren bei Mädchen und unter neun Jahren bei Buben, muss je nach Ursache behandelt werden. Schilddrüsenhormone spielen bei der normalen physischen und geistigen Entwicklung eine wichtige Rolle. Neben der Hashimoto-Thyreoiditis kommen bei Jugendlichen auch häufig Hyperthyreosen (Schilddrüsenüberfunktionen) mit Symptomen wie Unruhe, Gereiztheit, Konzentrationsschwäche und enormem Bewegungsdrang vor. Die Anzeichen ähneln jenen bei ADHS und müssen präzise abgeklärt werden.

OÄ Dr. Nicola Stumptner ist Fachärztin für Kinder- und Jugendheilkunde im Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern und führt die Ambulanz für Endokrinologie und Wachstum.

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06.12.2017 /  Haut - Haare , Medizintechnik: Röntgen, Mikroskop & Co , Chirurgie - Operationen - Organe  / Redaktion gesund-in-ooe.at

Neu und effektiv – minimal invasiver Eingriff gegen Cellulite

Dr. Andrea Oßberger

Wellenartige Hautstruktur und Dellen vor allem am Po und Oberschenkeln, kurzum Cellulite, belasten rund 85 Prozent der Frauen mehr oder weniger. Orangenhaut ist aber nicht Orangenhaut. Man unterscheidet verschiedene Typen: die fettbetonte Cellulite ist durch starke Einlagerung von Fettzellen und die wasserbetonte durch Wassereinlagerungen bedingt. Die kollagenbetonte, strukturelle Cellulite entsteht durch Bindegewebsbänder, die sich durch zunehmende Verhärtung zusammenziehen und so die Dellen verursachen. Diese primäre, strukturelle Cellulite ist vornehmlich genetisch bedingt und kann auch bei schlanken und sportlichen Frauen auftreten. Übergewicht, bewegungsarmer Lebensstil und ungesunde Ernährung begünstigen Orangenhaut und Hauterschlaffung.

Seit September 2017 gibt es in Österreich eine zertifizierte neue Methode, die diese strukturelle Cellulite an der Wurzel packt. Sobald die celluliteverursachenden Fasern nämlich durchtrennt werden, kann die Haut, wie bei einem Gummiband unter Spannung, zurückschnellen und die Hautoberfläch glättet sich. Genau das macht Cellfina, ein aus den USA stammendes Behandlungskonzept. Es kombiniert das bewährte Verfahren der Subcision mit einer innovativen Technologie für langanhaltende und präzise Ergebnisse nach nur einer Behandlung. Bei altersbedingter schlaffer, wenig elastischer Haut hilft Cellfina aber nicht. Wenn der Arzt Cellfina für geeignet hält, werden die Dellen auf Gesäß und Oberschenkel markiert und fotodokumentiert. Bei dem minimal invasiven Eingriff wird mit einem Vakuum-Handstück die markierte Haut und darunterliegendes Fettgewebe angesaugt und in einer Hauttiefe von sechs Millimetern wird dann ein Lokalanästhetikum gespritzt. Ist die Zielregion betäubt, wird ein Mikroskalpell in das Gewebe eingebracht und das verhärtete Gewebeband in sechs Millimeter Tiefe durchtrennt. Die Frau spürt etwas Druck, aber keinen Schmerz. Der Vorgang dauert je nach Anzahl der Dellen mindestens eine Stunde. Schon nach drei, vier Tagen glättet sich die Haut und das stark verbesserte Erscheinungsbild hält für mehrere Jahre an, wie Studien belegen.

Druckschmerzen und Blutergüsse können nach der Behandlung auftreten, es gibt keine Ausfallszeiten für die Klientin. Cellfina wird derzeit nur von drei Ärzten in Österreich durchgeführt und muss selbst bezahlt werden (2500 bis 3000 Euro).  

Dr. Andrea Oßberger ist Fachärztin für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie mit Wahlarztpraxis in Linz.  

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