Ärzteblog

28.02.2017 /  Chirurgie - Operationen - Organe , Zahngesundheit  / Redaktion gesund-in-ooe.at

Das unbekannte Feld des Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen

Primar DDr. Michael Malek

Das Betätigungsfeld des Mund-, Kiefer-und Gesichtschirurgen (MKG-Chirurgie) ist ein weites und vielen unbekanntes. Kaum jemand weiß, dass man vom MKG-Chirurgen auch ein Facelifting haben kann. Solche ästhetischen Eingriffe werden meist in Zusammenhang mit Knochen- und Kieferumstellungen nach Unfällen oder angeborenen Fehlbildungen vorgenommen.

Schwerpunkte:       

  • Chirurgie von Missbildungen: Dazu gehört zum Beispiel die Therapie von Kindern, die mit Lippen-, Kiefer-, oder Gaumenspalte geboren wurden. Dazu ist eine eigene „Spaltenambulanz“ eingerichtet. Die Kinder werden vom Babyalter an bis zum Teenageralter oder länger betreut. Es sind meist mehrere Eingriffe notwendig. Die Anomalie kann von einer Lippenkerbe bis zu extremer Spaltmissbildung gehen. Auf rund 600 Geburten kommt eine Spaltenanomalie.        
  • Orthognathe Chirurgie/Kieferorthopädische Chirurgie: Dazu gehört die Umlagerung von Gesichtsknochen etwa bei Kieferfehlstellungen. Auch Deformationen im Augenbereich oder ein zu kleiner Gesichtsschädel können korrigiert werden. Kieferorthopädische Maßnahmen mit einer Zahnregulierung werden oft mit chirurgischen Kiefereingriffen kombiniert um eine optimale Bisslage der Zähne zu erreichen.     
  • Kraniofaziale Chirurgie: Behebung von Schädeldeformitäten wie Kahn-, Turm- oder Schiefschädel. Meist werden solche Deformitäten im ersten Lebensjahr korrigiert.        
  • Tumorchirurgie: Operation von Tumoren in Mundhöhle, Schleimhaut oder Speicheldrüse. Auch großflächige Hauttumore im Gesicht, die aufwändigen Rekonstruktionen bedürfen, sind hier einzureihen.       
  • Traumatologie: Bei Unfällen und Stürzen kommt es oft zu Kiefer- und  Gesichtsverletzungen oder Brüchen.        
  • Plastisch rekonstruktive Chirurgie: Dazu gehören zum Beispiel mikrochirurgische Gewebsverpflanzungen. So kann man etwa mit einem Hautlappen des Unterarmes Teile der Zunge, des Mundes oder der Wange rekonstruieren.       
  • Ästhetische Chirurgie: Meist geht es um funktionale Ästhetik, die im Rahmen von Knochenumstellungen durchgeführt wird.        
  • Oralchirurgie: Dazu gehört das Ziehen/Operieren von Weisheitszähnen, Wurzelspitzenresektionen und Maßnahmen im Bereich der Implantologie wie etwa der Kieferkammaufbau. Auch Zysten und Abszesse im Kiefer, die im niedergelassenen Bereich nicht behandelt werden können, sind nicht selten.

Primar DDr. Michael Malek ist Vorstand der Klinik für Mund-, Kiefer-und Gesichtschirurgie im Kepler Universitätsklinikum Linz.

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03.02.2017 /  Gelenke - Bewegung - Rücken , Gesellschaft - Altersmedizin - Geschlecht , Neurologische Erkrankungen - Gehirn  / Redaktion gesund-in-ooe.at

Sportliche Aktivität und seine Bedeutung für neurologische Erkrankungen

Primar Univ.-Prof. Dr. Gerhard Ransmayr

Sportliche Aktivitäten, die vor allem zur Verstärkung der Muskelkraft, insbesondere in den Beinen und Verbesserung der Gleichgewichtskontrolle sowie Ausdauer ausgerichtet sind, aber auch Bewegungskombinationen sind bei einer Reihe von neurologischen Erkrankungen bedeutsam zur Verbesserung und den Erhalt der Selbstständigkeit. Dazu gehört die Parkinson-Krankheit und anderen Bewegungsstörungen sowie Erkrankungen mit Beeinträchtigungen höherer Hirnleistungen, insbesondere bei der Alzheimer-Erkrankung.  Es gibt zunehmende wissenschaftliche Evidenz, dass derartige Therapien und sportliche Maßnahmen, die vor allem auf Ausdauer und Schnelligkeit ausgerichtet sind, auch die Stimmung und Lebensqualität signifikant bessern. Dies trifft in zunehmendem Ausmaß auch für Erkrankungen, die in früheren Lebensjahren auftreten, wie etwa die Multiple Sklerose, zu.

Spätestens ab der Lebensmitte verbessert Sport nicht nur Lebensqualität und Stimmung, was gerade bei Personen mit Gemütskrankheiten von großer Bedeutung ist, sondern auch das Risiko für eine Reihe von primär nicht-neurologischen Erkrankungen, die in der Folge Einfluss auf das Nervensystem nehmen können. Dazu zählen zum Beispiel die Atherosklerose, aus der sich Schlaganfälle oder gefäßbedingte Demenzen entwickeln können, Krebserkrankungen, aber auch zum Beispiel Infektionskrankheiten und Osteoporose, die ein erhöhtes Sturz – und Bruchrisiko mit sich bringt. Empfohlen werden rasches Gehen und Laufen über längere Zeit, Rad fahren, Schwimmen, aber auch Gymnastik, Laufband- oder Crosstrainer-Training, Gruppen- oder Partnertanz, sowie asiatische Methoden, wie Tai-Chi.

Wichtig ist, dass diese sportlichen Maßnahmen regelmäßig und intensiv erfolgen, am besten auch unter Kontrolle von Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Ärzten und Sportpädagogen. Vor Beginn eines Ausdauersportes ist ab der Lebensmitte auf jeden Fall eine allgemeinmedizinische oder internistische und orthopädische Untersuchung angezeigt. Es ist nie zu spät mit Sport zu beginnen. So können selbst bei betagten, neurologisch erkrankten Pflegeheimbewohnern durch das angepasste Bewegungstraining Verbesserungen der Mobilität und Verringerung des Betreuungsaufwandes erzielt werden.  

Primar Univ.-Prof. Dr. Gerhard Ransmayr ist Leiter der Klinik Neurologie 2 im Med Campus III der Kepler Universitätsklinik Linz

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Standpunkt

Zugang zu Ambulanzen dringend zu regeln

Überlastete Spitalsambulanzen werden zum immer dringlicheren Problem im österreichischen Gesundheitssystem. Die Ursache liegt vor allem in den völlig ungeregelten Patientenströmen. Die Verantwortlichen müssen eine Lösung finden, bevor das System kollabiert.

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