Ärzteblog

28.04.2017 /  Babys - Kinder - Jugendliche , Chirurgie - Operationen - Organe  / Redaktion gesund-in-ooe.at

Schonende Entfernung von Nierensteinen bei Kindern

Oberarzt Dr. Christoph Berger

Relativ unbekannt, aber nicht so selten sind Nierensteine bei Kindern. Sie können sich bereits bei Babys bilden und waren bisher schwierig zu behandeln. Eine innovative schonende Operationsmethode erspart den kleinen Patienten einen belastenden Eingriff. Die sogenannte  „Mini Perc“-Methode arbeitet minimalinvasiv. Hochfrequente Laserpulse verwandeln dabei die Nierensteine zu sandähnlichen Körnchen. Nur stricknadeldünne Zugänge, über die das Laserwerkzeug eingeführt wird, sind für diesen Eingriff notwendig.  Über ein anderes Röhrchen werden die „zerpulsten“ Reste des Nierensteins abgesaugt. Durch die neue Technik wird der kindliche Organismus viel weniger belastet als bei der herkömmlichen Methode. Statt der früher notwendigen größeren Schnitte kommt man nun mit Zugängen von wenigen Millimetern Durchmesser aus. Es gibt praktisch keinen Blutverlust und das Nierengewebe wird nicht verletzt. Bei der herkömmlichen Zertrümmerung mit Ultraschall, extrakorporale Stoßwellentherapie genannt, bleiben oft kleinere Brocken zurück und dann sind mehrere Narkosen nötig, um eine Steinfreiheit zu erreichen. Mit der Mini Perc-Methode ist die Behandlung in 70 bis 80 Prozent der Fälle mit einem einzigen Eingriff und zwei bis drei Tagen Krankenhausaufenthalt erledigt. Buben und Mädchen sind von Nierensteinen gleichermaßen betroffen. Sie können schon bei sieben Monate alten Säuglingen, aber auch erst in der Pubertät auftreten. Kinderärztinnen und -ärzte haben es oft schwer die richtige Diagnose zu stellen, weil die Symptome nicht eindeutig sind. Es können unspezifische Schmerzen sein, oft im Nabelbereich. Manchmal sind immer wieder auftretende Harnwegsinfekte oder veränderte Harnwerte auffällig. Ursachen für die Steine gibt es mehrere. Manche Kinder haben eine erbliche Stoffwechselerkrankung und dann sind meist beide Nieren betroffen. Sie müssen nach dem Eingriff lebenslang Medikamente einnehmen. Bei anderen kleinen Patienten gibt es eine problematische Verbindung zwischen den Nieren und dem Harnleiter, bei der es immer wieder zu Rückflüssen, dem sogenannten Reflux, kommt. Diese Fehlbildung wird im Zuge der Nierensteinentfernung ebenfalls chirurgisch korrigiert.

 

Oberarzt Dr. Christoph Berger ist Kinderurologe auf der Abteilung für Kinderurologie im Ordensklinikum Barmherzige Schwestern Linz  

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06.04.2017 /  Babys - Kinder - Jugendliche , Ernährung - Gewicht - Verdauung - Stoffwechsel  / Redaktion gesund-in-ooe.at

Dreitagesregel bei kranken Kindern mit Erkältung oder Magen-Darm-Infekt

Primar Dr. Martin Henkel

Wenn Kinder Anzeichen von grippalen Infekten zeigen, sind Eltern oft unsicher, wann und ob sie den Arzt konsultieren sollen oder ob Bettruhe und Hausmittel helfen können. Als Faustregel gilt: Wenn ab dem dritten Tag bei Fieber trotz Gegenmaßnahmen keine Besserung eintritt, ab zum Arzt. Fieber um oder über 39 Grad sollte mit Hausmitteln wie Essigwickel oder Krenkette – eingeweichte Kren- oder Rettichscheiben aufgefädelt und um den Hals gehängt – innerhalb von zwei bis drei Tagen sinken. Beides wirkt durch die Verdunstung wärmeentziehend und so fiebersenkend. Die Temperatur sollte nicht zu rasch unter 38 Grad fallen. Dann entstehen negative Kälteeffekte. 

Die Dreitagesregel gilt auch bei einer banalen Darminfektion mit Erbrechen und Durchfall. Meist wirkt Schonkost wie Reis, Weißbrot, gekochtes Rind- oder Hühnerfleisch. Spätestens ab dem dritten Tag ist normalerweise eine deutliche Besserung merkbar. Ebenso sind Nudelsuppe oder Hühnerbrühe – auch vom Packerl – gut geeignet, der Packerlsuppe nur zehn bis 15 Prozent mehr Wasser zugeben. Schwarzbrot, Bohnen oder Salat vom Speisenplan streichen, das belastet den gestressten Darm.

Wichtig ist, den Flüssigkeitsverlust zu ersetzen. Wasser oder verdünnten Orangensaft schluckweise trinken lassen. Zwei Teelöffel alle fünf Minuten werden meist gut vertragen, ein ganzes Glas auf einmal kommt meist wieder hoch. Besonders bei Babys und Kleinkindern bis etwa eineinhalb Jahren besteht die Gefahr des Austrocknens. Hier lieber kein Risiko eingehen und sofort zum Arzt gehen. Kombiniertes Fieber mit Durchfall nach einem Urlaub im Süden oder in Tropengebieten sofort abklären lassen.

Bei Noroviren, die akute Magen-Darm-Infekte auslösen, hilft nur daheimbleiben, Kinder von Infektionsquellen wie etwa Schule und Kindergarten fernhalten und konsequente Hygiene betreiben.

Ein zentrales, leider oft vergessenes Therapieelement für kranke Kinder ist schlichtweg, ihnen Zeit und Zuwendung zu schenken. Jeder von uns erinnert sich an Kinderzeiten, wie tröstend die Hand auf der heißen Stirn oder wie wohltuend eine vorgelesene Geschichte war.

Primar Dr. Martin Henkel ist Leiter der Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde im Ordensklinikum Barmherzige Schwestern Linz.

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Standpunkt

Knackpunkte beim neuen PVE-Gesetz

Das Gesetz zur Primärversorgung liegt derzeit zur Begutachtung vor. Grundsätzlich sei festgehalten: Wir unterstützen diese Form der ärztlichen Versorgung auf jeden Fall, wenn sie regional sinnvoll ist und von den beteiligten Ärzten gewünscht wird. Aber die Vertragsbedingungen müssen mit der Standesvertretung ausverhandelt werden. Außerdem gibt es weitere Knackpunkte beim neuen Gesetz.

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