Ärzteblog

27.03.2018 /  Infektionen - Krankheitserreger - Reisekrankheiten , Hals - Nase - Ohren  / Redaktion gesund-in-ooe.at

Grippale Infekte und Allergien oft Ursache für eine Nasennebenhöhlenentzündung

OA Dr. Martin Bruch

Ein Druck über den Augen, verstopfte Nase und Kopfschmerzen im Rahmen eines grippalen Infekts, können eine akute Nasennebenhöhenentzündung (Rhinosinusitis) anzeigen. Schwillt nur die Nasenschleimhaut an und entzündet sie sich, spricht man von Rhinitis, einem Schnupfen. Der Komplex der Nasennebenhöhlen besteht aus Siebbeinhöhlen, Stirnhöhlen, Kieferhöhlen und Keilbeinhöhlen, luftgefüllten Hohlräumen, die mit Schleimhaut ausgekleidet sind und einen Abfluss durch die Nase haben.

Die dortigen Zellen bilden einen Sekretfilm, in dem sich eingeatmete Staubkörnchen, Schmutz und Krankheitserreger verfangen und über den Rachen abfließen/ausgeschieden werden. Entzündet sich die Schleimhaut funktioniert diese körpereigene Müllabfuhr nicht mehr gut, weil die Nebenhöhen verstopfen und das Sekret sich zurückstaut. Das ist ein idealer Nährboden für Viren und damit für die akute Nasennebenhöhlenentzündung. Typische Anzeichen sind ein Druckgefühl im Stirnbereich, das sich verstärkt, wenn man den Kopf nach vorne beugt. Die Nase kann verstopft sein oder es fließt eitriges Sekret aus ihr heraus oder in den Rachen. Oft ist der Geruchssinn vermindert. Auch ein Heuschnupfen kann eine akute wie chronische Sinusitis auslösen. Ebenso kann das Ziehen eines Zahnes oder eine Fistel in der Kieferhöhle eine Sinusitis verursachen.

Bei viralen Infekten und akuter Sinusitis mit starken Beschwerden werden häufig entzündungshemmende Schmerzmittel verschrieben. Ein abschwellender Nasenspray kann die Atmung erleichtern. Diesen Spray nicht länger als ein, zwei Wochen verwenden, weil es ansonsten zu einer Schädigung der Nasenschleimhaut kommen kann. Oftmals helfen auch Inhalationen. Wenn eine bakterielle Infektion festgestellt wurde, kann die Einnahme von Antibiotika nötig sein. Die Entzündung klingt in den meisten Fällen innerhalb von zwei Wochen ab. Bleiben die Beschwerden mehr als drei Monate lang bestehen, spricht man von einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung, die man weiter abklären lassen soll. Als Basistherapie wird dann oftmals über mehrere Wochen lang ein kortisonhaltiger Nasenspray verordnet.

OA Dr. Martin Bruch ist Facharzt für Hals-Nasen- und Ohrenheilkunde im Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwester.

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12.03.2018 /  Medizintechnik: Röntgen, Mikroskop & Co , Chirurgie - Operationen - Organe  / Redaktion gesund-in-ooe.at

Neuartige dreidimensionale Bilder vom Inneren des Körpers

Primar Univ.-Prof. Dr. Franz Fellner

Cinematic Rendering liefert eine bisher nicht gekannte Plastizität und realistische Darstellung vom Inneren des Körpers. Sie soll helfen, den klinischen Alltag zu vereinfachen. Die dreidimensionalen Bilder können zum Beispiel Chirurgen bei der Wahl der richtigen Operationsmethode unterstützen und bieten neue Möglichkeiten für die Ausbildung des medizinischen Personals. Außerdem erleichtern die neuen, besonders anschaulichen Bilder die Kommunikation zwischen Ärzten und Patienten ebenso wie jene zwischen Radiologen und zuweisenden Medizinern. Machbar ist diese fotorealistische Darstellung erst seit kurzem. Zwei Visualisierungsexperten von Siemens kamen zu mir, um die neue Software-Technik für die Medizin brauchbar zu machen. Die Basis für die dreidimensionalen Abbildungen sind Bilddaten aus Computer- und Magnetresonanztomographen. Für Patienten entsteht kein Mehraufwand an Untersuchungen. Diese neue Methode simuliert die komplizierte Ausbreitung und Veränderung des Lichts im menschlichen Körper. Damit lassen sich Aufnahmen aus dem Körperinneren sehr realistisch aufbereiten, dass sie auch für Nicht-Experten begreifbar werden.

Derzeit wird Cinematic Rendering in ersten Zentren wie dem Zentralen Radiologie Institut am Kepler Universitätsklinikum in Linz und an der Universitätsklinik Erlangen zur Vorbereitung von Operationen etwa in der Mund-Kiefer-und Gesichts-Chirurgie und der Allgemein- und Unfallchirurgie eingesetzt. Außerdem wird das Verfahren an der Kepler Universitätsklinik bereits zur Aus- und Weiterbildung von Medizinern, Physio-Therapeuten und anderen Gesundheitsberufen verwendet, da es einzigartige Einblicke in die menschliche Anatomie erlaubt – und das am lebenden Körper. Aber die Entwicklung für den Routinebetrieb in Lehre und klinischer Anwendung ist noch lange nicht am Ende. In Zukunft könnte Cinematic Rendering von Ärzten verwendet werden, um ihren Patienten Verletzungen oder andere krankhafte Veränderungen sowie den Ablauf einer Operation, wie etwa die Implantation einer Aortenprothese, anschaulicher erklären zu können.  

Primar Univ.-Prof. Dr. Franz Fellner ist Vorstand des Zentralen Radiologie Instituts am Kepler Universitätsklinikum Linz.

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Standpunkt

Die Pollen fliegen wieder

Wenn im März die Nase läuft und mit Müdigkeit und Niesen einhergeht, ist es schwierig, zu unterscheiden, ob es sich um Symptome einer Allergie oder einer Erkältung handelt.

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